esche/brünas heide

esche/brünas heide

Namensgeber der kleinen Gemeinde Esche war das Haus Esche, auch Oedinghof genannt. Das Haus Esche stand im Besitz einer Familie van Münster. Im niederländischen Freiheitskrieg 1593 hatten sich hier Einwohner und Bauernschaft vor den spanischen Truppen verschanzt. Doch der Mangel an Lebensmitteln und die räumliche Enge verursachte eine Pestseuche, Überlebende wurden zur Räumung gezwungen, beraubt und jämmerlich misshandelt. Heute ist die Gemeinde Esche eine moderne Wohnansiedlung mit noch immer sehr starker ländlicher Prägung. Hier schlängelt sich die Vechte besonders kurvenreich durch die Grafschaft und verursachte über Jahrhunderte hin regelmäßig wiederkehrende Überschwemmungen.
Das angrenzende Naturschutzgebiet Brünas Heide ist ein Restbestand der ehemals im Vechtetal weit verbreiteten Hutungslandschaft, einer vor allem von Wacholdergehölzen, Dornsträuchern, Trockenrasen und Sandheiden geprägten Kulturform. »Hutung« bedeutet so viel wie »gemeinschaftliche Weidenutzung«. Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein verfügten Dörfer und Bauernschaften über einvernehmliche Weiderechte. Die sich daraus ergebende extensive Bewirtschaftung führte zu großen landschaftlichen Veränderungen: Ohne Eingriffe des Menschen und seiner Nutztiere wäre das gesamte Gebiet Nordwestdeutschlands noch heute eine dichte Waldlandschaft. Doch Wälder wurden für Brenn- und Baumaterial abgeholzt, die Flächen als Weiden genutzt und nachwachsende Bäume vom Vieh verbissen. So setzten sich Trockenrasen und ein typischer Buschbewuchs mit Wacholder und Heckenrosen durch, der das heutige Landschaftsbild prägt. Das Gebiet ist ein idealer Lebensraum für Kreuzspinnen, die hier im späten »Altweibersommer« ein besonderes Naturschauspiel bieten. In Heide und Hainen sind dann frühmorgens Tausende mit Tau benetzter Spinnenfäden und -netze zu sehen, die sich wie ein dichtes Geflecht weißer Haare über die Landschaft legen.